Ende des 19 Jh. setzte in unserem Land ein richtiger Elektrizitätsboom ein. 1895 waren bereits rund hundert lokale Kraftwerke in Betrieb. Wattwil baute «im Ratzenloch» eine Turbinenstation mit einer Leistung von 50 PS, die am 15. August 1895 die ersten elektrischen Lampen speiste. Als Turbinen- und Wasserwart wählte die Dorfkorporation den Schlossergesellen Bernhard Bichler. Mit dem Einstieg in die Wasser- und Elektrizitätsversorgung hatte er sein berufliches Betätigungsfeld gefunden. Noch im selben Jahr eröffnete er sein eigenes Geschäft für Wasser- und Elektroinstallationen. Wenige Jahre später war die Wattwiler Stromerzeugung bereits völlig ausgelastet. Eine Erweiterung schaffte zunächst Reserven, doch die sprunghaft steigende Nachfrage überstieg bald die Kapazität der lokalen Wasservorräte.
1905 schloss die Dorfkorporation mit dem Kraftwerk Kubel (das später in den St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerken aufging) einen Stromlieferungsvertrag ab. 1915 kam das Ende der Wattwiler Stromerzeugung. Das Kraftwerk Ratzenloch wurde in eine Transformerstation umgebaut.
Zu jenem Zeitpunkt war Bernhard Bichler längst ein erfolgreicher Unternehmer. Die nächste Generation stand bereit: Bernhard Bichler jun. übernahm die Geschäftsführung, sein Bruder Max widmete sich dem Wasseranlagenbau. An Anforderungen fehlte es nicht: Das Telefon begann sich auszubreiten, die ersten Radiostationen gingen auf Sendung, elektrische Haushaltgeräte kamen auf den Markt und die Bichler-Geschichte nahm ihren Lauf.